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KULTURPREIS

Hubert von Goisern Kulturpreis

Der Hubert von Goisern Kulturpreis

zur Förderung von Talent und Beharrlichkeit wird vergeben für außerordentliches Engagement und Leistungen im Bereich Musik. Zur Unterstützung inspirierter und inspirierender Menschen sowie zur Förderung innovativer Lösungen und Ideen die dem Gemeinwohl zugute kommen. Die Auszeichnung ist mit jährlich 15.000 Euro dotiert und für neun Jahre ausgelobt.

"Ich selbst wurde in meinen mittellosen Anfangszeiten von vielen Leuten unterstützt. Und diese Leute taten das, weil sie an das glaubten, was ich mache. So will ich das auch halten: Mit dem Preis will ich Menschen unterstützen, die sich künstlerisch auf eine Art und Weise mit der Welt auseinandersetzen, die ich für spannend und wichtig halte. Ich bin in der privilegierten Lage, so etwas tun zu können." – Hubert von Goisern

Die Verleihung

10. Juni 2021 | Fotos: © Rosemarie Hlawa

Am 8. Juni 2021 wurde im Salzburg Museum die 4. Verleihung des Hubert von Goisern Kulturpreises gefeiert. Zur Eröffnung erlebten Freund*innen und Kolleg*innen der Ausgezeichneten die erste öffentliche Aufführung des "Jodler für Willi", dargeboten auf Ziehharmonika und Geige durch den Preisstifter Hubert von Goisern und Margarethe Hlawa-Grundner, Jurymitglied und ehemalige Preisträgerin.

Aus 149 faszinierenden Bewerbungen aus der österreichischen Musikszene wurden heuer drei Gewinner*innen ausgewählt. Jurymitglied Günter Huemer hielt die Laudatio für Schlagzeuger und Produzent David Wöhrer, der während seiner Dankesrede stolz sein Album Rain Is Coming präsentierte. Preisträgerin Sigrid Horn wurde von Kulturmanagerin Elisabeth Schneider gewürdigt. Sie zog das Publikum mit einer unter die Haut gehenden Performance von Radl in den Bann.

Kulturjournalist Bernhard Flieher präsentierte die letzten Preisträgerinnen: Bassistin Sarah Brait und das siebenköpfige Kollektiv Mamma Fatale aus Linz, die mit ihrer Komposition Das die dicken Dritten Thema den Sommerabend in der Salzburger Altstadt mit einem fulminanten Auftritt abschlossen.



Verleihung Hubert von Goisern Kulturpreis in Salzburg

muehlviertel.tv 22. Juni 2021

Die Entscheidung für den Hubert von Goisern Kulturpreis 2021 ist gefallen

31. Mai 2021

Die Jury hat sich zur entscheidenden Sitzung getroffen. Nach vorangegangenem, wochenlangem Studium aller Einreichungen haben wir uns nun zusammengesetzt, unsere Eindrücke und Meinungen ausgetauscht und gemeinsam die diesjährigen Preisträger ausgewählt.

Trotz Eingrenzung der Teilnahmekriterien auf musikalische Projekte, waren es auch diesmal 149 Beiträge, die es zu studieren und evaluieren galt. Der Einblick in die kreativen Werkstätten, produktiven Hinterhöfe und künstlerischen Wohnzimmer  unseres Landes ist eindrucksvoll, großartig und bereichernd. Die enorme Vielfalt, die hohe Qualität und nicht zuletzt die den meisten Projekten zugrundeliegende Geisteshaltung, haben es nicht einfach gemacht. 

Wahrscheinlich ist es kein Trost, dass - lang ist's her als ich vor einer Jury um Aufmerksamkeit gekämpft habe, auch keinen Blumentopf gewonnen habe. Ich hoffe jedenfalls, dass all jene die leer ausgegangen sind, genau so wenig mit sich hadern wie ich damals – sondern eher mit der Jury oder den Sternen. 

Ich bedanke mich im Namen der gesamten Jury bei allen die teilgenommen haben und wünsche euch alles Gute, viel Erfolg und Durchhaltekraft auf eurem weiteren künstlerischen Weg sowie Glück und Gesundheit.

Hubert von Goisern

Der mit € 15 000 dotierte Preis wird zu gleichen Teilen unter den Gewinnern aufgeteilt. Die Verleihung findet am 8. Juni 2021 in Salzburg statt.

Wir gratulieren den Preisträgern des Hubert von Goisern Kulturpreises 2021

Sarah Brait / Mamma Fatale

Mamma FataleSarah Brait bekommt die Auszeichnung für das Projekt Mamma Fatale. Dieses siebenköpfige Kollektiv wurde 2019 in Linz gegründet. Alle Mitglieder steuern ihre eigenen Kompositionen bei. Ausgelotet wird dabei ein Feld zwischen Avantgarde-Pop, Jazz, Hip-Hop und Rap. Aber was heißt da schon ausgelotet? Das klingt viel zu theoretisch. Hier trifft hohe musikalische Fertigkeit auf die pure Lust am gemeinsamen Spiel. Es werden ausgetretene Pfade verlassen, um auf eine gemeinsame Entdeckungsreise zu gehen. Dabei gelingt - auch oder vor allem durch die unterschiedlichen Nationalitäten und Charaktere der Mitglieder - mit großer Musikalität eine mitreißende, ansteckende Mischung. Alles ist tanzbar, aber niemals banal. Alles ist voll intelligenter Grooves und Wendungen, aber nie ist es bloß theoretisch erdacht und schon gar nicht zerdacht. Eine seltene Freude ist das, wie hier enormes Können und unbändige Spiellust zu einem Ganzen werden. "Da tauchen individuelle Charaktere auf, die eine gemeinsame Sprache finden, die aber dann niemals nur der kleinste gemeinsame Nenner ist", sagt Hubert von Goisern.
www.mammafatale.com

David Wöhrer

David WöhrerDavid Wöhrer, der unter dem Namen David Raddish auftritt, wird für ein Projekt ausgezeichnet, das Kulturen verbindet und gleichzeitig an unser ökologisches Gewissen appelliert. Auf einer Projektreise von Viva con Agua nach Indien, rückte das Thema Wasser ins Zentrum seines Interesses. Außerdem ergaben sich künstlerische Kooperationen, aus denen das Projekt Faraway Friends wuchs. Er erweist sich in allen seinen Projekten als ein offener, neugieriger Geist, der sich nicht scheut, neue Ideen auszuprobieren. Dabei entsteht aber nie eine billige Bastelei, sondern stets Ergebnisse auf hohem Niveau. Nun also nimmt er Ökologie und Nachhaltigkeit als wichtige Ausgangspunkte. So wird er nicht nur zu einem interessanten Brückenbauer zwischen Kulturen, sondern auch zu einem, der ein Bewusstsein dafür schaffen kann, welche Bedeutung der Musik als Mittel des gesellschaftlichen Diskurses zukommt. "David Wöhrer ist ein spannender Zeitgenosse, weil er vor Ideen übergeht. Er strahlt in der Verknüpfung verschiedener Welten - nicht nur musikalischer - einen positiven Geist aus, der uns allen guttun kann", sagt Hubert von Goisern.
www.david-raddish.net

Sigrid Horn

Sigrid HornSigrid Horn, Songwriterin aus dem Mostviertel, braucht in ihrer Musik nicht viel, um tiefen Eindruck zu hinterlassen. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei ihr bis in den letzten Vers bedachter Umgang mit der Sprache. Sie singt im Dialekt und lotet dabei in scheinbarer Mühelosigkeit, eine poetische und emotionale Breite aus. Das sollte aber nicht dazu verleiten die Sängerin bloß in regionaler Bedeutung anzusiedeln. Kooperationen mit einer ägyptischen Singer Songwriterin und einer argentinischen Band, zeigen das ganz deutlich. So wird, was in vielen Songs aufs erste Hören nur im Privaten angesiedelt scheint, durchaus und ganz bewusst auch politisch - nicht verwunderlich bei einer, die auch den Protestsongcontest gewann. Ihre Sprache ist nahe am Leben. Ihr Blick geht jedoch weit über den Tellerrand jeder Regionalität hinaus. "Ich sehe da nicht nur eine Verbundenheit wegen Sigrid Horns Umgang mit der Sprache, sondern auch weil sie ihre Musik stets mutig, auch als Reflexion gesellschaftlicher Umstände versteht", sagt Hubert von Goisern.
www.sigridhorn.at

Bisherige Gewinner

Der Hubert von Goisern Kulturpreis 2021

Die Vergabe des Hubert von Goisern Kulturpreises erfolgt einmal jährlich. Gemeinsam mit einer Jury wählt Hubert von Goisern Künstlerinnen und Künstler aus, deren Schaffen und Streben Förderung verdient und nötig hat. Die finanzielle Unterstützung durch den Kulturpreis soll die Preisträger ermutigen, ihre Arbeit fortzusetzen, ihre Kreativität auszuleben, die Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen und Anderen eine Inspiration zu sein.

Der großen, jährlich ansteigend Anzahl von Einreichungen geschuldet, hat sich der Preisstifter schweren Herzens entschlossen, einige Einschränkungen vorzugeben. Zum einen sind ab nun ausschließlich Bewerber/innen mit österreichischem Hauptwohnsitz zugelassen und zum anderen nur mehr solche aus dem Bereich Musik. Die Bereiche Bildende Kunst, Tanz, Film, Literatur… können leider nicht mehr berücksichtigt werden. Nach wie vor preiswürdig sind Veranstaltungs- und sozialpädagogische Initiativen im Bereich Musik. 

Die Bewerbungsphase für den 2021er Preis ist jetzt vorbei. Bewerbungen für den Hubert von Goisern Kulturpreis 2022 werden zwischen 1. Oktober 2021 und 31. März 2022 angenommen. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an: kulturpreis@hubertvongoisern.com

Die Jury

Hubert von Goisern

Hubert von Goisern - Vorsitz

Musiker Komponist und Produzent im Spannungsfeld zwischen Welt- und Volksmusik, zwischen Tradition und Moderne. www.hubertvongoisern.com

Bernhard Flieher

Bernhard FlieherKulturjournalist Seit 1992 ist Bernhard Kulturredakteur und Kolumnist der Salzburger Nachrichten. Er ist in der Redaktion für Popkultur/Popmusik zuständig. Neben Publikationen zum Thema Popkultur und Popmusik in verschiedenen in- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften, hat er auch zwei Bücher veröffentlicht. Als Musikplattenaufleger ist er auch tätig, unterwegs mit DJ-Abenden gepaart mit Lesungen. www.sn.at/autor/bernhard-flieher

Günter Huemer

Günter HuemerKulturarbeiter Programmgestaltung im Brucknerhaus Linz von 1994 bis 2009, Projektleitung der Linzer Klangwolken, Management und Programm der Veranstaltungsarena Linz sowie Umsetzung großer Freiluftkonzerte im Linzer Stadion. Seit 2017 Künstlerischer Leiter und Obmann des Kulturvereins VOI - Kultur am Markt - in St.Martin im Mühlkreis, Oberösterreich. Ein wesentlicher Teil seiner Kulturarbeit gehört der Unterstützung und Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. www.voikultur.at

Elisabeth Schneider

Elisabeth SchneiderKulturmanagerin und -vermittlerin Geschäftsführerin bei dem in 1981 gegründeten Kulturverein "Das Zentrum" in Radstadt, der zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen des Landes Salzburg gehört. Als künstlerische Leiterin ist Elisabeth für Programm- und Projektentwicklung sowie für die Umsetzung zuständig. Seit Jahren hat sie überregionale Tätigkeit u.a. im Landeskulturbeirat der Salzburger Landesregierung, Leader Pongau, usw. www.daszentrum.at

Margarethe Hlawa-Grundner - Koordination

Margarethe Hlawa-GrundnerMusikerin & Kulturveranstalterin Margarethe schloss das Studium im Geigenkonzertfach am Salzburger Mozarteum ab. Derzeit tritt sie vor allem mit dem Kammerorchester Salzburg Chamber Soloists auf und engagiert sich in zahlreichen anderen Formationen. Im Sommer 2015 eröffnete sie mit ihrem Ehemann in Hallein das Café Kurkuma. Von Beginn an war die kleine Bühne im Café auch Schauplatz für Kunst. Seit April 2019 ist sie Obfrau des Vereins Kunst im Ziegenstall der die Bühne im jetzigen Pan Café betreibt. www.kunst-im-ziegenstall.at